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Drei Wege der regionalen Vermarktung: Die Kirschblütenschule Mülheim zeigt, wie's geht

 

Verkauf des Gemüses in den SommerferienWie im vergangenem Jahr wurde auch 2017 während der Sommerferien fleißig auf dem Schulacker der Kirschblütenschule Mülheim (vormals GS Mülheim) geackert und geerntet. Und auch in diesem Jahr gab es wieder viel zu viel Gemüse, als dass die Kinder es hätten selbst essen können.

Also wohin damit? Natürlich zum REWE-Markt von Parviz Azhari, mit dem wir eine Kooperation pflegen. Doch diesmal nicht einfach nur gegen Spende. Wir hatten gemeinsam mit Parviz Azhari die Idee, die Kinder das Gemüse „verkaufen“ zu lassen. Dieser Vorschlag kam nicht nur bei den Kindern und den Lehrern gut an, sondern auch bei den Eltern und Großeltern der Kinder. Und so wurde an jedem Ferien-Dienstag von 9 bis 11 Uhr lokales Gemüse vom Schulacker der lokalen Bevölkerung zum „Kauf“ angeboten. Die Resonanz war riesig! In 2018 wird es eine Fortsetzung geben.

 

René Hofmann und Sandra NiebergallEine weitere Möglichkeit, das Gemüse zu vermarkten, ergab sich eher spontan: Die Leute kamen während der Ackerzeit der Schülerinnen und Schüler in den Garten und ernteten selbst. Auch diese Variante des „Verkaufs“ bietet sich an. Denn frischer geht es nicht. Die Menschen können so ihr Lieblings-Gemüse vor Ort selbst auswählen und bestimmen auch den Preis. Hier schafft das Angebot die Nachfrage.

Oder man wählt die dritte Variante: Vom Acker auf den Teller. So wie Sandra Niebergall. Sie betreibt das SoulFood, ein vegetarisch-veganes Restaurant im Zentrum von Koblenz, das saisonale Gerichte anbietet. Zweimal pro Woche wird Sandra mit frisch geerntetem Gemüse vom Mülheimer Schulacker beliefert. Bei den Gästen des Restaurants kam das ziemlich gut an. So gut, dass Nutz Garten Natürlich und das SoulFood Koblenz die Kooperation auch im Jahr 2018 weiterführen wollen. Lokaler Konsum, saisonal und 100 Prozent ökologisch. Einfach nur toll.

 

 

Der unverzichtbare Winzling, Teil 3: Was der Regenwurm leistet

 

Der RegenwurmAus dem zweiten Part wisst ihr noch, wie stark so ein Regenwurm ist und welch große Kraft er hat. Wenn sich ein Wurm in die Erde bohrt, kann er einen Druck von über 1,3 Kilogramm auf einen Quadratmeter aufbauen. Aber seine wahre Leistung, gerade für die Natur, ist eine ganz andere und nicht weniger beeindruckende.

Als Nützling anerkannt seit 1881

Seit mehr als 100 Millionen Jahren durchpflügt der Regenwurm die oberste Schicht unseres Planeten. In dieser langen Zeit hat die Evolution dieses Tier bis zur absoluten Perfektion ausgebaut. Der Wurm konnte so fast jedes Ökosystem bevölkern. Einzig die Sandwüsten und die Polargebiete blieben ihm verwehrt. In welchem Boden auch immer er sich etablierte, er ist dort bis heute nicht mehr wegzudenken.  Das war nicht immer so: Erst 1881 überstellte Charles Darwin in seinem Werk „Die Bildung der Ackererde durch die Thaetigkeit der Wuermer“ den Wurm endlich in die Familie der Nützlinge. Denn bis ins 19. Jahrhundert hinein galt der Regenwurm als Schädling. 

Entscheidend ist, was hinten rauskommt


Regenwurm auf HandHeute wissen wir, dass die Regenwürmer, die auf einem einzigen Hektar Grünland leben (z.B. einer Wiese, 100 Meter breit, 100 Meter lang), über 50 Tonnen Regenwurmkot produzieren. Einer der besten Dünger der Welt. Der Kot wird entweder an die Oberfläche befördert, zu erkennen an den kleinen, gekringelten Häufchen auf dem Boden, oder der Wurm kleidet damit die Innenwände seiner Röhren aus.

Die Wurzeln aller Pflanzen wachsen verständlicherweise sehr gerne in diese Röhren. Nicht nur dass diese Röhren voll mit Dünger sind. Sie belüften den Boden und dienen zur Drainage. Regenwasser kann über diese Systeme abfließen und gelangt oberdrein genau zu den Wurzeln. Manche solcher Regenwurmgänge reichen bis in 70 Meter Tiefe. Wenn man alle Gänge des oben erwähnten Hektars Wiese aneinanderlegen würde, ergäbe das eine Gesamtlänge von gut 9000 Kilometer. Das entspricht der Strecke Berlin – Los Angeles. Und das leistet der Wurm jährlich. Das macht ihn buchstäblich zu einem wahren Ackermeister und zu einem Tier, dem der Mensch mit Respekt begegnen sollte.

 

10 Dinge, die ihr über den Regenwurm gelernt habt:

WOW 1: Die Herkunft seines Namens leitet sich aus einem für den Wurm schmerzhaften Vorgang ab.
WOW 2: Bei Regen kommt der Wurm aus dem Boden. Und keiner weiß warum.
WOW 3: Warum kommt der Regenwurm im Frühjahr in Massen aus dem Boden? Auch das weiß keiner.
WOW 4: Erst seit Ende des 19. Jahrhundert ist der Wurm ein Nützling. Danke, Charles!
WOW 5: Die Gänge des Regenwurms können sehr lang und sehr tief werden.
WOW 6: Der Wurm atmet mit seinem ganzen Körper: Über die Haut, die immer feucht sein muss.
WOW 7: Ein Regenwurm ist nicht teilbar
WOW 8: Wäre der Wurm ein Mensch, könnte er einen Lieferwagen hochheben.
WOW 9: Regenwürmer sind Zwitter und befruchten sich gegenseitig.
WOW 10: Wurmkot ist der beste Dünger der Welt!

Vielen Dank für euer Interesse! Mehr Wissen rund ums Gärtnern natürlich bald wieder an dieser Stelle!

Der unverzichtbare Winzling, Teil 2: Die Anatomie des Regenwurms

 

Der RegenwurmWas zugegeben erst mal nach langweiligem Biologieunterricht klingt, ist bei näherer Betrachtung allerding sehr interessant. Wie ihr in Teil 1 bereits erfahren habt, atmet der Regenwurm über die Haut. Denn der Regenwurm besitzt weder Lunge noch Kiemen. Der im Wasser in der Schleimschicht des Wurms erhaltene Sauerstoff wird gelöst und über die Haut in die Blutbahnen geleitet. Den gleichen Weg, nur in die andere Richtung, nimmt das Kohlendioxid. Deswegen müssen Regenwürmer immer feucht bleiben: Als „Hautatmer“ drohen sie sonst zu ersticken.

Betrachten wir uns nun einmal den Verdauungstrakt des Wurms. Alles beginnt natürlich an der Mundöffnung des Wurmes. Direkt dahinter beginnt praktisch schon der Darm, welcher den ganzen restlichen Körper des Wurmes durchzieht. Die aufgenommene Nahrung wird auf dem Weg durch den Verdauungstrakt zu einem sehr wertvollen Ton-Humuskomplex umgewandelt, den sogenannten Regenwurmkot. Damit kleidet der Wurm die Innenseiten seiner Röhren und Gänge aus. Oder er befördert ihn an die Oberfläche. Darüber mehr im nächsten Part. 

Körper besteht aus einzelnen Segmenten

Auf den ersten Blick scheint der Regenwurm geringelt zu sein. Wer genauer hinschaut, erkennt die   einzelne Segmente bzw. Glieder, die den Körper des Wurms unterteilen. Wird der Wurm älter, nimmt auch die Anzahl dieser Segmente zu. Ein ausgewachsenes Exemplar kann bis zu 150 solcher Glieder besitzen. An jedem Segment befinden sich vier Borstenpaare. Diese dienen dem Wurm zur Fortbewegung. Indem er seinen Körper nach vorne streckt und sein Hinterteil nachzieht, bewegt er sich vorwärts - ähnlich einer Raupe. Die Borsten verankern sich dabei am Röhrenrand. Wenn er sich nach hinten streckt und das Vorderteil nachzieht, bewegt der Wurm sich rückwärts. Das kann er nämlich auch.


Regenwurm auf HandRegenwürmer sind Zwitter. Das bedeutet, sie sind Mann und Frau zugleich und befruchten sich wechselseitig. Bei der Paarung sind beide Würmer männlich. Jeder injiziert seinen Samen in den Körper des anderen. Jetzt produzieren beide in ihrem Körper ein Ei, das dann später von dem fremden Samen befruchtet wird.*

Es gibt ein Verhalten der Würmer, welches Forscher sich – bis heute – nicht erklären können: Warum gehen Regenwürmer jeden Frühling in Massen auf Wanderschaft? Vermutet wird, dass aufgrund der Überbevölkerung im Boden die Tiere die noch kühlen, feuchten Frühlingsnächte nutzen, um sich für den Rest des Jahres ein neues Revier zu suchen. Gänzlich erforscht ist das allerdings nicht! Bewiesen ist aber, wie der Wurm nach seinen Ausflügen wieder zurück in die Erde kommt – und das selbst bei hartem, verdichtetem Lehmboden.

Tunnel bohren nur mit Muskelkraft

Regenwürmer sind sogenannte „Bohrgräber“. Sie stecken den zugespitzten Kopf in eine Lücke im Boden. Mit der Ringmuskulatur ihrer Segmente drücken sie das umliegende Erdreich dann zur Seite. So entsteht eine breite Lücke, in die der Wurm den restlichen Körper nachzieht. Auf genau diese Weise „bohrt“ sich der Wurm auch durch den Boden. Dabei zeigt er enorme Kräfte. Bis zum 60-Fachen seines eigenen Körpergewichts kann der Wurm beim Bohren zur Seite stemmen. In Relation dazu müsste ein Mensch rund 3000 Kilogramm heben können. So gesehen, ist der Regenwurm, bezogen auf sein Körperverhältnis, eines der stärksten Tiere der Welt. Nutz Garten Natürlich ist der Meinung: Wow!

In Teil 3 beleuchten wir die nützliche Seite des Regenwurms. Und erklären euch, warum der Winzling die beste Düngerfabrik ist, die es auf diesem Planeten gibt...

* Dies ist eine sehr vereinfachte Beschreibung der Fortpflanzung des Regenwurms!

Der unverzichtbare Winzling - Teil 1 unserer Regenwurm-Serie

Einleitung

Der RegenwurmDer „rege“ Wurm, so seine ursprüngliche Bezeichnung aus dem 17. Jahrhundert, ist jedem ein Begriff. Und doch wissen die meisten Menschen nur sehr wenig über dieses äußerst wichtige Tier. Allein die Vielfalt ist beeindruckend: Es gibt weltweit rund 3000 verschiedene Arten von Regenwürmern, von denen 400 in Europa vorkommen. Die häufigste und bekannteste Art ist der Tauwurm (Lumbricus terrestris) aus der Familie der eigentlichen Regenwürmer. Sie gehören systematisch zum Stamm der Ringelwürmer, zur Klasse der Gürtelwürmer und zur Ordnung der Wenigborster.

Die Leistungen des Regenwurms und dessen wahre Bedeutung für das Öko-System, und damit natürlich auch für uns Menschen, sind den meisten nicht bekannt – und werden dazu unterschätzt. Gerade in Schule und Kita sollte vielmehr über dieses wunderbare Tier erzählt und erklärt werden. Bei der Arbeit mit Kindern stellen wir von Nutz Garten Natürlich immer wieder Defizite fest. Zum Beispiel hält sich wacker die Meinung – und das nicht nur bei Kindern –, dass wenn man einen Wurm in der Mitte trennt, die beiden Hälften als zwei Regenwürmer weiterleben. Wie soll das gehen? Kannst du mit deinem Hintern essen? Wir können es jedenfalls nicht. 

Unsere Regenwurm-Serie wird dir einen kleinen Überblick über diesen unverzichtbaren „Strich in der Landschaft“ geben. In drei Teilen verraten wir 10 Dinge über den heimlichen Weltrekordler in Boden, die du so möglicherweise noch nicht kanntest. Wir von Nutz Garten Natürlich wünschen dir viel Spaß beim Lesen und Lernen.

Teil 1: Der rege Wurm

Der Name Regenwurm wird heute fast ausschließlich daraus abgeleitet, dass der Wurm bei Regen aus der Erde kommt. Was natürlich auch stimmt. Jedoch nehmen viele fälschlicherweise an, dass die Würmer aus Angst vor dem Ertrinken ihre Röhren verlassen. Das allerdings stimmt nicht. Regenwürmer können zum Beispiel in Auen ohne Probleme überleben, und die stehen ja gut und gerne mal drei bis vier Wochen unter Wasser. Das liegt daran, dass Regenwürmer über die Haut atmen. Solange genügend Sauerstoff im Wasser vorhanden ist, wird der Wurm nicht ersticken.

Das könnte ein Grund für die „Bodenflucht“ bei Regen sein: Dem Wurm geht in seiner Röhre „die Luft aus“. Genau kann es die Forschung aber immer noch nicht erklären. Wissenschaftler fanden auch heraus, dass ein auf den Boden auftreffender Regentropfen Schwingungen um die 50 Hertz erzeugt. Der Maulwurf, einer der ärgsten Fressfeinde der Regenwürmer, erzeugt beim Graben durch den Boden eben genau diese 50 Hertz. Vielleicht flüchtet der Wurm bei Regen vor dem vermeintlichen Feind.

Langer alter RegenwurmAber, alles nur Theorie. Ebenso, wer oder was dem Regenwurm seinen Namen gegeben hat. Am wahrscheinlichsten ist die sehr alte Bezeichnung „reger Wurm“ darauf zurückzuführen, dass der Wurm sich windet und krümmt, wenn er in der Hand gehalten wird, also sehr „rege“ ist. Dieses Schauspiel hat aber einen für den Wurm schmerzhaften Hintergrund.

Da seine Haut nur wenige Pigmente besitzt, die ihn vor der UV-Strahlung der Sonne schützen, trifft das Sonnenlicht wie Nadelspitzen auf den Körper des Wurms auf. Er droht zu „verbrennen“, oder besser ausgedrückt, zu vertrocknen. Denn zum Atmen muss sein Körper immer feucht sein. Solltest du also einmal einen toten Regenwurm in einer Pfütze liegen sehen, dann nicht, weil er ertrunken ist, sondern weil er von der Sonne verbrannt wurde.
 
Feind und Freund des Wurms
Aber nicht nur Hitze ist ein Feind des Regenwurms. Auch der Frost beendet jäh seine Ackertätigkeit, wenn er nicht schnell genug das buchstäblich Tiefe sucht. Im Komposthaufen lebende Arten (z.B. Eisenia foetida und Eisenia andrei) brauchen den Frost-Tod nicht zu fürchten. Zu den Fressfeinden zählt der bereits erwähnte Maulwurf, aber auch Igel, Singvögel, Kröte und Laufkäfer. Spitzmaus und Hundertfüßler tun sich auch gerne an Regenwürmern gütlich. Begegnet ihm in freier Wildbahn keiner dieser Feinde, kann der Regenwurm zwischen drei und acht Jahre alt werden. Unter Laborbedingungen erreichten einige sogar das stolze Alter von zehn Jahren.

Die Hauptnahrung der Würmer besteht aus Pflanzenresten. Sie ziehen absterbendes Material in ihre Wohnröhren, lassen es dort etwas „anschimmeln“ und verzehren es anschließend. Aber auch Kaffeesatz, Eierkartons und unbedruckte Pappe stehen bei den Würmern hoch im Kurs.

In Teil 2 nehmen wir euch mit in das Innere des Regenwurms. Und erklären euch, warum es der Winzling locker mit jeder Tunnelbohrmaschine aufnehmen kann.

Nutz Garten Natürlich erfolgreich zertifiziert - Ab 2017 gibt es Gemüse vom Schulacker im Laden zu kaufen

Über 180 Kilogramm Kartoffeln, 40 Kilogramm Möhren und Pastinaken, über 80 Gurken und Zucchini, fast 20 Riesenkürbisse, schubkarrenweise Mangold, Salat und unzählige Bohnen und Zuckerschoten: Das zurückliegende Ackerjahr hat gezeigt, dass ein Nutzgarten in der Schule von Grundschülern rein ökologisch bewirtschaftet werden kann – und dabei noch reichlich Ernte einfährt. Die Natur war uns gewogen und hat alle Helfer im Garten reich beschenkt. Doch gerade in den Sommerferien war eine Ernte pro Woche zu wenig. Wir konnten nicht alles Gemüse verteilen.
 
Gemüse soll nicht auf dem Müll landen
Wir hassen es aber, genießbare Lebensmittel wegzuwerfen. Deshalb haben wir uns nach einer Möglichkeit umgesehen, die „Überproduktion“ zu vermarkten. Die Idee kam bei Parviz Azhari vom gleichnamigen REWE-Markt in Mülheim-Kärlich gut an. Damit überhaupt Gemüse in einer Filiale zum Kauf angeboten werden darf, stellte die REWE Group West eine Bedingung: der Schulacker und die Firma Nutz Garten Natürlich müssen sich zuvor in einem externen Audit zertifizieren lassen. Im Oktober dann war der Prüfer bei uns und auf dem Acker und bescheinigte uns einwandfreie Bedingungen.

Das bedeutet konkret: Im kommenden Jahr kann jeder, der möchte, im REWE-Markt Parviz Azhari in Mülheim-Kärlich ökologisches und super-lokales Gemüse erwerben. Super-lokal deshalb, da sich der Schulacker unmittelbar hinter der Filiale befindet. Noch lokaler und man müsste das Gemüse im Markt anbauen.

Es geht nicht ums Geldverdienen
Welche Sorten im Einzelnen nächstes Jahr im Garten gedeihen sollen, lassen wir Euch wissen, sobald der Pflanzplan fertig ist (vorauss. Frühjahr 2017). Welche Mengen schließlich auf euch warten, wissen wir natürlich erst, wenn es soweit ist. Und auch der Preis steht noch nicht fest. Soviel sei aber gesagt: Es geht nicht ums Geldverdienen, sondern um die Symbolik. Der Obolus soll für die Wertschätzung des Natur-Produkts und die Anerkennung der Arbeit stehen, die darin steckt. Ganz sicher ist aber, dass sämtliche Einnahmen der Schulkasse zugutekommen werden.

Das ist zwar nur ein Anfang, aber wer ankommen will, muss bekanntlich erst mal loslaufen. Das Team von Nutz Garten Natürlich, REWE Azhari und alle Kinder der Grundschule Mülheim freuen sich, wenn ihr die ersten Schritte mit uns geht.

Infos und Bilder zum ersten Gartenjahr der GS Mülheim findet ihr auf unserer Projektseite.

GründüngungMit diesem Artikel möchten wir von Nutz Garten Natürlich euch eine unserer fundamentalsten Arbeitsweisen vorstellen: Das Düngen mit Grün, sprich mit Pflanzen.

Die sogenannte Gründüngung wird in der Regel gezielt ausgesät. Es kann aber auch sein, dass Gründüngungspflanzen vereinzelt durch natürliche Aussaat vorkommen.  Diese Pflanzen werden aber nicht geerntet, um sie zu verarbeiten. Sie sollen einen anderen Zweck erfüllen.

Der optimale Zeitpunkt zur Aussaat ist zwar jetzt (Mitte November) bereits überschritten. Aber es lohnt sich, das Thema Gründüngung in die Garten- bzw. Beet-Planung fürs kommende Jahr einfließen zu lassen. Die Gründüngung hat eine ganze Palette von Vorteilen, die wir hier vorstellen möchten. Unser Tipp: Unbedingt machen!

In diesem Artikel findet ihr außerdem geeignete Gründüngungspflanzen und Links zu Saatgutherstellern, die ausschließlich samenfeste Sorten vertreiben.

Warum ihr mit Gründüngung eurem Boden etwas Gutes tut

  • Der Boden wird durch die Wurzeln der Pflanzen gelockert und belüftet.
  • Während der Wachstumsphase schützt die Gründüngung mit ihren Blättern euren Boden zum einen vor der aggressiven Wintersonne und zum zweiten vor Niederschlägen.
  • Schutz vor Auswaschen des Bodens: Den ganzen Winter über können durch Regen, Eis und Schmelze jede Menge Nährstoffe verloren gehen. Die ausgesäten Pflanzen binden diese Nährstoffe in ihrer Pflanzenmasse.
  • Da die Pflanzen später in den Boden eingebracht werden, gelangen die Nährstoffe wieder zurück in den Boden. Das verbessert seine Struktur und das Bodenleben.
  • Die Bodenlebewesen zersetzen die Gründüngung in feinsten Humus. Dies gibt eurem Boden eine krümelige Struktur und reichert ihn mit Nährstoffen an.
  • Dieser Vorgang passiert temperaturbedingt über einen längeren Zeitraum. So werden die Nährstoffe nicht auf einmal, sondern zeitversetzt abgegeben.
  • Verwertung zu 100 Prozent: Nach dem Abfrieren bleibt die Grünmasse als Flächenkompost bis zum Frühjahr liegen. Was dann immer noch übrig ist, könnt ihr abrechen und auf eurem Komposthaufen weiter vergehen lassen. Die Wurzeln allerdings bleiben als natürlicher Langzeitdünger im Boden zurück.
  • Gründüngung ermöglicht bei guter Planung eine verkürzte Frucht- und Kulturfolge. Dies sollten aber eher die Erfahreneren unter euch ausprobieren.
  • Mehrjährige Gründüngung muss überlegt eingesetzt werden. Für Land, das z.B. länger brachliegen wird, empfiehlt sie sich sehr.
  • Verbindet ihr Gründüngung des Bodens im Winterhalbjahr mit natürlicher Düngung eurer Pflanzen im Sommerhalbjahr (z.B. durch Kompost und Jauchen), werdet ihr in eurem Garten auf Kunstdünger komplett verzichten können!


Welche Sorte eigent sich für was?

Zur generellen Gründüngung eignen sich diese Pflanzen sehr gut:

•    Blauer Lein (Linum usitatissimum)
•    Phazelie (Phacelia tanacetifolia)   
•    Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
•    Gelb Senf (Sinapsis alba) - Hinweis: Nicht vor Kohlgewächsen anbauen!
•    Blühstreifenmischungen

Um den Boden mit Stickstoff anzureichern, eignen sich diese Pflanzen sehr gut:

•    Inkarnatklee (Trifolium incarnatum)
•    Futtererbse (Pisum sativum)
•    Blaue Lupine (Lupinus angustifolius)
•    Winterwicke (Vicia villosa)

Hinweis: Stickstoffsammler nicht dort anbauen, wo im kommenden Jahr Bohnen oder Erbsen stehen!

Zur Reduktion von Nematoden (Fadenwürmern) oder Pilzen im Boden eignen sich folgende Pflanzen sehr gut:

•    Ölrettich (Raphanus sativus)
•    Weißer Senf (Sinapis alba)
•    Indischer Senf/Sareptasenf (Brassica juncea)

Saatgut für samenfeste Gründüngung könnt ihr u.a. hier bekommen:
Bingenheimer Saatgut: www.bingenheimersaatgut.de
Bioland Hof Jeebel: www.biogartenversand.de
Dreschflegel Saatgut: www.dreschflegel-saatgut.de

Das Bild oben im Artikel zeigt eine Phazelien-Gründüngung „in freier Wildbahn“ (Foto: uschi dreiucker/pixelio.de).

Uns von Nutz Garten Natürlich ist es ein erklärtes Anliegen, Kindern beizubringen, wo Gemüse herkommt und wie man es anbaut. Deshalb freut es uns sehr, dass wir nun eine wichtigen Schritt in die richtige Richtung machen: Am 01. Februar 2016 hat das Schulgarten-Projekt an der Grundschule Mülheim begonnen! In den nächsten zwölf Monaten lernen etwa 80 Kinder der 2. und 3. Klasse, wie sie Gemüse und Obst anbauen und ernten. Ziel des Projekts ist es, bei den Schülern die Neugier für die Natur und die Vorgänge in einem Gemüsegarten zu wecken und Grundwissen im Nutzgärtnern zu schaffen.

Premiere in Rheinland-Pfalz
Die Federführung hat unser Kooperationspartner GemüseAckerdemie aus Berlin. Nutz Garten Natürlich wird als Ansprechpartner vor Ort für die Vorbereitung des Gartens am Mülheimer Bach zuständig sein. Außerdem beraten wir die vier Lehrer der Grundschule, die mit den Kindern gärtnern werden, bei allen Fragen rund ums Beet und stehen auch mit Tat zur Seite. Die GemüseAckerdemie hat viele Gemeinsamkeiten mit unserem Konzept Nutz Garten Nachwuchs. Ideale Rahmenbedingungen also für eine Premiere: Die Grundschule Mülheim ist die erste Schule in Rheinland-Pfalz, die im Rahmen der GemüseAckerdermie einen Schulgarten in ihren Lehrplan integriert.

Kinder lernen, indem sie es einfach machen
Zuerst werden die Lehrer theoretisch im Nutzgärtnern geschult. Die teilnehmenden Schüler lernen zunächst in verschiedenen Unterrichtsmodulen zum Beispiel etwas über Boden, Samen und die Bedürfnisse von Pflanzen. Ab April geht’s auf den Acker: Die Kinder werden – getreu dem Motto „learning by doing“ – in zwei Schulstunden pro Woche das Gemüse pflanzen und sich um die Beete kümmern. Ab September folgen dann die wohl schönsten Arbeiten mit „Aha-Effekt“, wenn es ans Ernten geht.

Nutz Garten Natürlich wird Schüler und Lehrer der Grundschule Mülheim begleiten und das ganze Gartenjahr dokumentieren. Texte und Fotos zum Fortgang ihres Bauerngartens erscheinen ab sofort regelmäßig auf unserer Projektseite. Wir wünschen allen Beteiligten ein fröhliches Nutzgärtnern!
 

Problemfall SchneckeWodurch also wurden die Schnecken eingedämmt?
Was jetzt sehr anmaßend klingt, aber weit von dem entfernt liegt: Es war schlicht unsere Art zu gärtnern. Wenn du dich schon ein wenig auf unserer Internetseite umgeschaut hast (wenn nicht, tue es, nachdem du diesen Artikel gelesen hast ⌣ ), dann weißt du, dass wir im Einklang mit Mutter Natur arbeiten. Wir schützen Nützlinge nicht nur, wir fördern sie. Und wie tun wir das? Ganz einfach, wir geben ihnen Nist-, Brut- und Unterschlupfmöglichkeiten. Kurz gesagt, ein Zuhause. Die Nahrung dieser Nützlinge kommt von ganz allein. So steht in diesem Falle die Frage im Raum:

Was sind die Feinde der Schnecken und wo wohnen diese?
Wer Hühner oder Enten hat (freilaufend versteht sich)*, Frösche oder vielleicht sogar einen Igel, dürfte unseres Erachtens nach keine Probleme mit Schnecken haben. Jedes der genannten Tiere vertilgt an die hundert dieser Schleimpfropfen an einem Tag bzw. in einer Nacht. Auch Elstern, Amseln, Stare und Drosseln stellen den Schnecken nach. Noch effektiver können diese Tiere arbeiten, wenn schon weniger Schnecken es schaffen, überhaupt erst zu schlüpfen. Laufkäfer - und da gibt es eine Menge Arten in den verschiedensten Größen, Farben und Formen -, Weberknechte und selbst die putzigen Glühwürmchen stellen nicht den Schnecken nach, sie plündern vielmehr ihre Gelege, also die Eiernester der Schnecken. Diese Gelege werden an für viele größere Tiere nur schwer bis nicht erreichbaren Stellen abgelegt. Die angeführten Insekten bekämpfen das „Problem" Schnecke also schon in der Entstehungsphase.

Und wo leben diese Insekten?
Laufkäfer, Glühwürmchen und Weberknechte finden wir immer dann, wenn wir einen Stein oder ein Stück Holz hoch heben oder in Reisig- und Blätterhaufen wühlen. Also einfach ein paar Steine lose auf- und übereinander legen (es kann sogar Bauschutt sein, solange dieser natürlich unbelastet ist), Zweige, Äste und Blätter oder gleich ein ganzer Stapel Holz am Rand des Gartens hinlegen und diese „Wohnungen“ werden nach und nach von den aufgezählten Insekten bezogen. Steinhaufen werden aufgrund ihrer Fähigkeit Wärme zu speichern auch gern von Eidechsen und Blindschleichen aufgesucht, welche im Anti-Schnecken-Kampf nur dienlich sein können.

Natürlich finden auch Schnecken in diesen Wohnungen ein Zuhause. Aber Schnecken finden überall ein Zuhause -  Laufkäfer, Igel und Eidechsen nicht!

*Halte kein Federvieh nur wegen seines praktischen Nutzens. Diese Tiere benötigen 365 Tage im Jahr Betreuung. Wenn das nicht gewährleistet ist, lass bitte die Finger davon.

Problemfall Schnecke Jedes Lebewesen hat seine Daseinsberechtigung. So natürlich auch die Schnecke. Als „Allesfresser“ sorgt auch sie im Ökosystem für den Erhalt des Nährstoffkreislaufs. In manchen Jahren nur ist die Beschreibung „Problemfall“ noch sehr gütig ausgedrückt. In einigen Gärten sind Schnecken die reinste Naturgewalt. Gerade wenn es in den Abendstunden geregnet hat, ziehen hunderte und aberhunderte von diesen schleimigen Fressmaschinen los, um auch nur das kleinste frische Grün zu überfallen und es bis zur völligen Unkenntlichkeit zu zerlegen. Und mit „Grün“ sind nicht nur Brennnessel oder Löwenzahn gemeint, nein, auch Kopfsalat, Kohlrabi, Zwiebeln, jeglicher Kohl, Erdbeeren, Mangold, ja selbst Kartoffeln und alles andere, was buchstäblich nicht bei drei auf den Bäumen ist.

Wie kann ich mein Gemüse nun schützen?
Verschiedene Fang- und Abwehrmethoden, wie Bierfalle, Kupferzäune, Plastikkragen, aber auch die pharmazeutische Keule wie Schneckenkorn*, sind bekannte und zum Teil auch bewährte Methoden. Bei letzterem wird behauptet, es sei unschädlich für Mensch und Natur, nur die Schnecke sei betroffen. Wer es glauben will, soll es glauben. Wer es nicht glaubt, liest weiter. Kupferzäune sind nur wirksam, wenn sie feucht gehalten werden. Feuchtigkeit aber zieht Schnecken an. In Bierfallen sollen Schnecken ertrinken. Der Biergeruch lockt unter Umständen jedoch noch mehr Schnecken in den Garten. Abgesehen davon ist Ertrinken ein furchtbarer Tod. Da ist der Plastikkragen noch am effektivsten, jedoch auch am unökologischsten.

Also was tun?
Schnecken sind, wie fast alle Lebewesen, bequem. Das soll nicht heißen, dass Schnecken langsam sind. Wer eine Schnecke über eine gewisse Zeit hin beobachtet, wird überrascht sein, wie schnell „kriechen“ vonstattengehen kann. Mit bequem meinen wir, dass sie so kurze Wege wie möglich zwischen Schlaf- und Futterplatz zurücklegen möchten. Das kann man sich zunutze machen, indem man für solche Schlafplätze zwischen den Gemüsereihen sorgt. Als besonders geeignet haben sich bei uns angerottete, unbehandelte Bretter, Rindenstücke und vor allem welke Kohlblätter erwiesen. Es können natürlich auch frische sein. In den Morgenstunden verkriechen sich die Schnecken unter diesen Materialien und man kann sie ganz bequem (denn auch Menschen sind bequem) absammeln. Aufgrund der hohen Anzahl an Schnecken in meinem Garten, besonders in der Anfangszeit, wurden sie von mir mit einem „spitzen Messer“ abgesammelt. Diese Salatkiller kennen kein Pardon, wenn es um mein Gemüse geht. Da ist das Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn" in seiner Verhältnismäßigkeit angebracht. Hier muss unbedingt daraufhin gewiesen werden, dass Schnecken Aasfresser sind. Tote Artgenossen ziehen lebende ebenfalls an. Also nicht liegen lassen. Heute, vier Jahre danach, kann ich die paar Schnecken in der Tat mit der Hand absammeln.

Was ist passiert?
Lies das im Gartentipp 08/2015

*Schneckenkorn wirkt nur in der Anfangszeit. Später im Jahr gibt es genügend Grün, so dass die Schnecke nicht mehr auf die Chemiekörner angewiesen ist.
Erdbeere oder ErdnussTatsächlich gehört die Erdbeere botanisch gesehen zu den Nüssen. Was uns so gut schmeckt, ist der fleischige Blütenboden, an dem zuerst grüne, später dann die roten Früchte sitzen. Die steigenden Ernten der letzten Jahre sind ein guter Grund, dieses bei allen so beliebte und sehr gesunde Obst anzubauen. Es muss kein großes Feld sein. Es gibt Sorten, die hervorragend in Töpfen und Kästen gedeihen. Eine Besonderheit ist die Sorte „Mountainstar“ - eine Klettererdbeere, die bis zu 1,50 Meter Höhe erreichen kann.
Versuche haben ergeben, dass Neupflanzungen zwischen Mitte Juli und Mitte August im darauffolgenden Jahr 30 bis 40 % mehr Ertrag bringen als Frühjahrs- oder Septemberpflanzungen. Auch stehen Erdbeeren hervorragend in Mischkultur.

Dazu einige Vorschläge:
  • Feldsalat zwischen die Reihen säen; sein Wirkstoff fördert die Erdbeeren indirekt über das Regenwurmleben.
  • Knoblauch
  • Steckzwiebeln; sie halten den Grauschimmel fern.
  • Gartenabfälle (keine Küchenabfälle)
  • Salat und Möhren

Wenn die Pflanzen jetzt noch mit Stroh gemulcht werden, bleiben die Früchte sauber und die Tausendfüßler kommen nicht dran.

Und noch etwas:

Erdbeeren enthalten mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen, und mit 32 kcal/100g zählen sie zu den energieärmsten Nahrungsmitteln (solange man Zucker und Schlagsahne weglässt).
In „freier Wildbahn“ findet man keinen Fleck, der nicht überwuchert ist bzw. gerade überwuchert wird.
Mutter Natur ist geizig im Umgang mit ihren Wasservorräten und so wachsen auf jedem Stückchen blanker Erde sofort Wildkräuter, die den Boden schnell bedecken, damit Feuchtigkeit nicht unnötig verdunstet.
Die Tage werden jetzt unter Umständen sehr heiß. Deshalb wird das sogenannte Mulchen nun immer wichtiger. Mulchen bedeutet nichts anderes, als den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Blanker Boden trocknet schnell aus. Es entstehen Risse, über die die Feuchtigkeit aus tieferen Schichten verdunstet.
Unter einer Mulchschicht bleibt die Feuchtigkeit konstant. Mikroorganismen und Kleinstlebewesen können so bis in die oberste Bodenschicht aktiv sein, wodurch der Boden locker und gut durchlüftet bleibt. Bei plötzlich auftretenden Sommerschauern werden große Regentropfen durch den Mulch abgebremst und in viele kleine Töpfchen zerteilt. Ist der Boden dagegen einem solchen Regenguss schutzlos ausgeliefert, werden wertvolle Mineralien aus dem Boden geschwemmt und die Bodenstruktur zerstört. Weiter unterdrückt der Mulch den Wildkräuterwuchs und das gesparte Regenwasser kann für andere Zwecke verbraucht werden.

Es eignen sich
  • Grasschnitt (idealerweise etwas angetrocknet)
  • Wildkräuter (solange sie keine Samen gebildet haben)
  • Brennnesseln (die nicht geblüht haben)
  • Gartenabfälle (keine Küchenabfälle)
  • unbedruckte Pappe (Regenwürmer lieben Pappe!)
Tomaten2014 hatten die Tomatenpflanzen vieler Hobbygärtner mit der Braun- und Krautfäule zu kämpfen. Diese Pilzkrankheit kam vor rund zehn Jahren aus den USA nach Europa. Seitdem ist der Anbau von Tomaten „etwas“ komplizierter. Um dieser Krankheit entgegenzuwirken, aber auch z.B. aufgeplatzten Früchten oder dem „Grünkragen, hier ein paar Tipps.

  • Tomaten bevorzugt immer am gleichen Standort anbauen (es sei denn, im Vorjahr war dort die Kraut-und Braunfäule).
  • Abstand von Pflanze zu Pflanze: 100 x 50 cm
  • Vor dem Pflanzen reifen Kompost (3-5 Kg/qm) ausbringen - Tomaten sind Starkzehrer.
  • Tomaten leicht schräg und tief pflanzen, am besten bis zum ersten Laubblatt. Das fördert die Wurzelbildung.
  • Alle 14 Tage mit verdünnter Brennnesseljauche düngen, das bewirkt wahre Wunder.
  • Eine Unterpflanzung mit Salat oder Mulchen mit zerkleinerten Brennnesseln ist ratsam (Schattierung).
  • Ringelblume und Tagetes, Petersilie und Basilikum als Mischkultur halten die Tomate krankheitsfrei.
  • Kartoffel, Paprika, Aubergine, Rote Beete, Fenchel und Erbse vertragen sich mit der Tomate überhaupt nicht. Auch sollten Tomaten- und Gurkenblätter sich nicht berühren.
  • Generell wird zu viel gegossen. Tomaten bilden mehr Wurzeln, wenn sie dem Wasser „nachwachsen“ müssen. Auch ist der Geschmack intensiver, wenn man die Pflanzen (nach dem Anwachsen) nur dann gießt, wenn sie in der Früh die Blätter hängen lassen.
  • „Trockener Kopf – nasse Füße“ empfiehlt sich bei der Tomate sehr.
  • Bei bedecktem Himmel oder kühlem Wetter nur mäßig gießen. Wenn die Tomate nicht genügend Wasser über die Blätter verdunsten kann, wird die überschüssige Flüssigkeit in die Früchte eingelagert, was diese zum Platzen bringen kann.
  • Tomaten reifen „nach und nach“. Die angeröteten Früchte ernten und auf der Fensterbank (zusammen mit ein paar Äpfeln) nachreifen lassen. Das erhöht den Ertrag. Am Stock ausgereifte Früchte schmecken allerdings besser.
  • Alle 8 bis 10 Tage ausgeizen genügt. Zu häufiges Entblättern fördert den „Grünkragen“ und das Einrollen der Blätter.


Die meisten Supermarkt-Tomaten erinnern heute mehr an rote Wasserbälle. Dagegen sind die eigenen Früchte sogar „grillbar“. Schon allein aus diesem Grunde lohnt sich der Anbau.
Salaternte Schon früh lernten unsere Vorfahren, dass es für die Fruchtbarkeit eines Ackers unablässig war, die Fruchtfolge (den jährlichen Wechsel der Kulturen) einzuhalten. Tat man dies nicht, waren Ertragseinbußen und Missernten die Folge. Dies gilt natürlich auch heute noch. Unter Kulturfolge versteht man den Wechsel verschiedener Kulturen innerhalb eines Jahres, auch Vor-, Haupt - und Nachkultur genannt. Wie in der Mischkultur ist das Ziel der Frucht- und Kulturfolge, Bodenmüdigkeit zu vermeiden und die Nährstoffe optimal auszunutzen. Leguminosen (Hülsenfrüchte) hinterlassen viel Stickstoff im Boden, welches dann nachfolgenden Kulturen (z.B. Kürbis) zur Verfügung steht. Bewährt haben sich im ökologischen Gemüseanbau drei oder mehr Beete mit unterschiedlicher Mischkultur und jährlich rotierenden Kulturen. Hier ein einfaches Beispiel für Gemüseanbau in Mischkultur mit Frucht- und Kulturfolge.

1. Jahr Vorkultur: Radieschen und Kopfsalat
Hauptkultur: Möhre und Lauch
Nachkultur: Spinat, Petersilie

2. Jahr Vorkultur: Dicke Bohnen
Hauptkultur: Gurke, Basilikum
Nachkultur: Feldsalat, Dill und Kopfsalat

Aussaat ins Vorzuchtbeet/Frühbeet
  • Gurke „Chinesische Schlange“
  • Zucchini „Malika“

Aussaat ins Freiland
  • Salat, Rettich und Radieschen
  • Rosenkohl, Mangold und Rote Beete

Pflanzen ins Freiland
  • Blumen- und Frühkohl
  • Frühkartoffel, Salat, Kohlrabi und früher Lauch
Obst und GemüseIn der Natur wirst du nie nur eine Kultur antreffen. Im Laufe der Evolution haben sich die verschiedensten Pflanzen zusammen getan, um gegen Krankheiten und Schädlingen gemeinsam "ins Felde" zu ziehen.
Beim Anbau in Mischkultur werden verschiedene Pflanzen (Gemüse, Kräuter, Blumen) miteinander kombiniert. Die Vorteile dieser Anbauart sind zum einen die unterschiedliche Nährstoffausnutzung, was das Aufkommen von Bodenmüdigkeit verhindert, was wiederum einem Befall von Nematoden vorbeugt. Zum anderen begünstigen sich diese Pflanzen im Wachstum und im Geschmack. Aber ihre wahre Stärke liegt in der gegenseitigen Abwehr von Schädlingen und Krankheiten.
Wenn Kohlpflanzen, die ja eine Menge Plagen fürchten müssen, in Mischkultur angebaut werden, entsteht über den Beeten ein buntes Duftgemisch, was es z.B. dem Kohlweißling erschwert, seine Wirtspflanze zu lokalisieren. Plane also vor dem Aussäen und Pflanzen deines Gemüses die richtige Partnerwahl.

Aussaat ins Frühbeet:
  • Kohlrabi „Delikatess Weißer“
  • Weißkohl „Marner Frühkohl“
  • Rotkohl „Frührot“
  • Rote Beete „Formanova/Forono“
  • Lauch „Hilari“

Aussaat ins Freiland:
  • Radieschen/Rettich
  • Frühmöhren
  • Säe- und Steckzwiebeln
  • Erbsen
  • Kohl- bzw. Steckrüben
Des Öfteren werde ich darauf angesprochen, dass meine Gartentipps nur für „Häuslebesitzer“ mit großen Gärten geeignet wären. Gemüseanbau ist aber keine Frage der Größe, sondern der Planung. Auf Balkon oder Terrasse bietet es sich z.B. an, Gemüse in Töpfen zu halten und es in die Höhe wachsen zulassen. Hat man etwas mehr Platz zur Verfügung, ist ein Hochbeet die erste Wahl. Jenes kann bei cleverer Planung bis zu viermal im Jahr beerntet erden, wodurch die Anbaufläche vergrößert wird. Auch sind Hochbeete eine tolle Alternative für das „Alter“. Bücken, Harken und Umgraben entfallen und man kann sogar als Rollstuhlfahrer das Gärtnern ausüben. Obendrein ist eine reichhaltige und gesunde Ernte bei Hochbeeten garantiert. Zum Bau eines solchen Hochbeetes sowie dem sachgemäßen Befüllen gebe ich gerne detaillierte Auskünfte.

Nutz Garten NatürlichEs ist nicht das Gemüse, es ist das Wirken im Garten, das uns gesundet. René Hofmann

Aussaat ins Vorzuchtbeet/Frühbeet:
  • Früher Blumenkohl „Delfter Markt“
  • Früher Wirsing „Vorbote“
  • Spitzkohl „Erstling“
  • Mangold „Glatter Silber“
  • Kopfsalat „Maikönig“
  • Frühkartoffeln zum Vorkeimen in Kisten (mit etwas Erde) auslegen

Aussaat ins Vorzuchtbeet/Frühbeet:
  • Dicke Bohnen (Puff bohnen)
  • Spinat
  • Ende des Monats Frühmöhren und Schwarzwurzeln

Aussaat ins Vorzuchtbeet/Frühbeet:
  • Zu bestellende Beete mit verdünnter Brennnesseljauche übergießen

Aber auch im Kampf gegen Blattlaus, Wühlmaus, Ameise und Co. finden Jauchen ihre Anwendung. Äußerlich und als Düngung. Zum Beispiel wird die in einigen Jauchen enthaltene Kieselsäure von den Pflanzen in ihrer Blattmasse eingelagert. Zwar werden diese Pflanzen dann vielleicht von Blattläusen befallen, jedoch reiben sich die saugenden Schädlinge bei dem Versuch, die Blattmasse zu durchkauen, ihre „Zähne“ ab und kommen so erst gar nicht an die für sie so wichtigen Blattadern. Die Herstellung solcher Jauchen ist einfach, rein ökologisch und was besonders wichtig ist, sie ist gratis. Bei der großen Anzahl verschiedenster Jauchen sei hier nur die Brennnesseljauche erwähnt.
Zum Ansetzen von Jauchen eignen sich Behältnisse aus Holz oder Kunststoff. Metallische Gefäße gehen mit der Jauchen Verbindungen ein.

1 kg frisches Kraut in 50 Liter Regenwasser eine Woche garen lassen, danach abseihen. Sie ist fertig, wenn sie nicht mehr schäumt. Jauchen sollten stets 1:10 oder 1:20 verdünnt (mit Regenwasser) verabreicht werde. Ach ja ... sie heißt nicht Jauche, weil sie nach Rosen duftet. Eingestreutes Steinmehl reduziert strengere Gerüche.
Grob zusammengefasst kann man sagen: „Wir Menschen ernähren uns von den ersten 30 cm Erde“. Diese wenigen Zentimeter sind in Schichten aufgebaut, ähnlich wie Stockwerke eines Hochhauses. Und genauso wird es auch von seinen Bewohnern, den Kleinstlebewesen, bezogen.
Jedes zieht genau in die Etage, auf der es leben kann.
Wenn nun dieses Hochhaus auf den Kopf gestellt wird, in dem man spatentief (ca. 25 bis 30cm) umgräbt, werden diese Lebewesen von unten nach oben befördert und umgekehrt, was für die meisten das Aus bedeutet. Lieber mit einem Kultivator (einzahnige Harke, auch Sauzahn genannt) in Abständen von 15 cm den Gartenboden durchziehen; einmal längs und einmal quer, sodass am Ende ein Rautenmuster entsteht. Abschließend mit dem Rechen einebnen und bestenfalls Kompost darauf verteilen. Betonen möchte ich noch, dass das Umgraben kein Fehler, aber aus dem genannten Grund das Harken schonender für den Boden ist. Denn bis sich die Schichten wieder erholt haben, ist der Boden anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Auch geht das Kultivieren weit weniger „in die Knochen“ als das Umstechen.

Der Gemüsegarten:
  • Grün- und Rosenkohl sowie Winterlauch bei Bedarf ernten, an frostfreien Tagen auch Feldsalat und Spinat.

Der Obstgarten:
  • Beginn des Winterschnitts der Obstbäume

Pflanzenschutz:
  • Noch am Baum verbliebene Früchte, sogenannte „Fruchtmumien“, unbedingt jetzt entfernen.
Bäume wurzeln mitunter sehr tief und holen von dort wertvolle Mineralien und Salze nach oben, die sie dann in den Blättern einlagern. Mit dem Häcksler oder dem Rasenmäher zerkleinerte Blätter kannst du einfach als sogenannten „Flächenkompost“ zwischen alle Wintersaaten wie Porree und Kohl, Knoblauch oder Winterzwiebeln ausbringen. Auch Rosen, Stauden, Zier- und Beerensträucher sind dankbar für solch eine Kompostgabe. Weiter bietet man diesen Pflanzen eine winterliche Schutzdecke und im nächsten Frühjahr ist das Laub fast gänzlich verrottet. Neben allen gängigen Obstbäumen eignen sich die Blätter von Ahorn, Hasel, Linde und Buche. Vom Laub der Eiche der Walnuss und der Kastanie rate ich ab. Der hohe Anteil an Gerbstoffen sorgt für eine sehr langsame Zersetzung.

Der Gemüsegarten:
  • Endivie bei anhaltenden Frösten lieber ernten und zum Bleichen „Kopf an Kopf“ in einem frostfreien und dunklen Raum lagern (z.B. in Obstkisten)
  • Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch für den Frischverzehr im Winter in Töpfe verpflanzen

Der Obstgarten:
  • Abgetragene Herbsthimbeeren knapp über dem Boden abschneiden und mit Kompost oder Laub anhäufen
  • Obstbäume pflanzen

Pflanzenschutz:
  • Die Stämme von obsttragenden Bäumen bis in die erste Gabelung mit Lehm bestreichen
Ab der Ausgabe Oktober 2014 des STADTJournals werden ich kleine „Geheimnisse“ des ökologischen Gartenbaus an interessierte Hobby-Gärtner weitergegeben. Passend zu jedem Monat und Jahreszeit wird aufgezeigt, wie man auch ohne Hilfsmittel der großen Chemiekonzerne sein Gemüse und Obst frei von Krankheiten und Schädlingen halten kann. Da sich das Gartenjahr dem Ende neigt und der Großteil der Ernte bereits eingebracht wurde, starten wir mit ganz einfachen Vorbereitungen für das kommende Jahr.
Ich würde mich freuen, wenn meine Tipps in Zeiten von Genmais und Chlorhähnchen ein paar Anhänger finden würden.

Der Gemüsegarten:
  • Eventuelle Grasflächen umgraben und die Soden entfernen
  • Auf abgeerntete Beete guten (reifen) Kompost einbringen
  • Winterliche Gründüngung einsäen

Der Obstgarten:
  • Johannis- und Stachelbeeren pflanzen
  • Leimringe anbringen

Pflanzenschutz:
  • Knoblauch zwischen Erdbeeren pflanzen
  • Winterquartiere für Nützlinge (Igel, Wildbienen etc.) schaffen

 

Nutz Garten Nachgedacht

Gedanken von René Hofmann

"Als ich anfing zu gärtnern, hörte ich auf zu arbeiten."

"Wir werden nicht artgerecht gehalten."

 

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